Gestalttherapie

Gestalttherapie

„Du steigst nie zweimal in denselben Fluss“
(Heraklit)

Als Begründer der Gestalttherapie gelten Fritz Perls sowie Laura Perls und Paul Goodman.

Die Gestalttherapie zählt zu den großen humanistischen Therapieverfahren. Der Humanismus stellt den Menschen mit seinen Wünschen und Bedürfnissen sowie den Möglichkeiten, diese zu befriedigen, in den Mittelpunkt seiner Betrachtung. 

Unerledigte Lebensthemen, z.B. in Form von unbefriedigten Bedürfnissen und Wünschen, werden als offene Gestalten betrachtet, die nicht abgeschlossen sind. Der Begriff Gestalt hat zu tun mit Vollständigkeit, Zusammengehörigkeit oder Ganzheitlichkeit.
Ein bekannter Ausspruch über „Gestalt“ lautet: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“.

In der Gestalttherapie arbeiten wir gemeinsam daran, einen Lösungsweg zu finden, diese offenen Gestalten zu schließen.

Das Awareness-Konzept mit seinem Fokus auf die Bewusstheit und das Gewahrsein des gegenwärtigen Moments ist ein weiteres, wesentliches Element der Gestalttherapie. Sie ist ein System, das seine Wirksamkeit daraus bezieht, dass sie ihren Fokus auf das Erleben und Empfinden im gegenwärtigen Moment richtet. Das Erleben des Klienten wird nicht gedeutet, sondern im Hier und Jetzt erfahrbar gemacht. Vom Zen-Buddhismus inspiriert, hat die Gestalttherapie die Erkenntnis von der Unbeständigkeit und Wechselhaftigkeit des menschlichen Daseins übernommen – „Du steigst nie zweimal in denselben Fluss“, so lautet Heraklits berühmter Ausspruch. In einem solchen Verständnis ist der Mensch nicht Opfer seiner bisherigen Erfahrungen, sondern er hat das Potential, der Schöpfer eines neuen Erlebens und seiner neuen Realität zu werden.

Die Gestalttherapie ist auch geprägt vom Gedankengut Martin Bubers und seiner zentralen Erkenntnis, dass die Beziehung zwischen Klient*in und Therapeut*in das heilende Element in der therapeutischen Begegnung ist.

Gestalttherapie sieht ihre Aufgabe darin, sich selbst oder gesellschaftlich auferlegte Beschränkungen bewusst zu machen und sich ggf. davon zu befreien, um das zu werden, was in einem angelegt ist. Sie arbeitet mit Dialogübungen, Visualisierung und Imagination, Rollenspiel und Formen der Körperarbeit wie Körpersprache, Mimik, Gestik, Stimme und Bewegung. Der Kontakt zu sich selbst, zum Gegenüber und zum Leben steht im Mittelpunkt der Betrachtung.